[ EINTRAGEN! ]

Gegen die Kriminalisierung der demokratischen und antiimperialistischen
Kräfte!

Für das Recht auf Meinungsfreiheit!

Am 9. März 2005 wollten mehrere AntiimperialistInnen die Veranstaltung
"Der Iran und die Bombe" mit dem deutschen Kriegstreiber Becker von der
antinationalen und antideutschen Zeitschrift BAHAMAS im KPÖ- Lokal
Siebenstern besuchen und ihren Unmut darüber äußern. Dies passte den
Veranstaltern nicht, die aus diesem Grund die Polizei riefen.

Das war der Beginn des Versuches, Kritik an der US-Kriegspolitik und
seinen Handlangern zu kriminalisieren. Der vorläufige Höhepunkt war,
dass ein Besucher der Veranstaltung, Michael Pröbsting, von den
antinationalen Organisatoren wegen Körperverletzung angezeigt und nun
von einem Gericht verurteilt wurde. Dieser Vorwurf der Körperverletzung
war in Wahrheit aber alles andere als haltbar. Der Großteil der Zeugen
erklärte klar, dass die angeblich zu Schaden Gekommene, Mary Kreutzer,
nie von irgendjemandem auf dieser Veranstaltung verletzt wurde. Das mehr
als parteiliche Gericht glaubte aber den Kriegshetzern im Dienste des
Café Critique mehr.

Dieser Prozess war kein Prozess gegen die Person Michael Pröbsting!

Dieser Prozess war kein Prozess, in dem es um die Anschuldigung der
Körperverletzung ging!

Es ging darum UNS, die demokratischen und antiimperialistischen Kräfte,
zu kriminalisieren!

Es ging darum, unser demokratisches Recht auf freie Meinungsäußerung zu
verneinen!

Dafür musste Michael Pröbsting her halten!

Der Kriminalisierungsversuch demokratischer, antiimperialistischer oder
sozialistischer Kräfte ist nichts Neues. Erst vor wenigen Wochen wurden
in Belgien zwei türkische GenossInnen wegen fadenscheinigen Argumenten
verurteilt. In Dänemark versucht man linke Parlamentarier in ihrer
Unterstützung für antikapitalistische Bewegungen in Kolumbien und
Palästina zu hindern.

Wir werden ein solches Verhalten nicht hinnehmen und sagen klar, dass
Kritik an der Politik des Staates Israel und der USA legitim ist. Immer
öfter kommen die Angriffe gegen AktivistInnen die mit der Politik der
USA und Israels nicht einverstanden sind, die Imperialismus und Krieg
ablehnen. Ob sie gegen Ludwig Watzal, gegen eine Veranstaltung mit dem
irakischen Folteropfer Kubaysi oder nun gegen Michael Pröbsting
gerichtet sind.

Ziel ist an Hand ausgewählter Personen Israelkritik als antisemitisch zu
denunzieren. Dies lehnen wir ab. Wir werden uns diesem Druck widersetzen.

Wir fordern die Bundes-KPÖ auf, sich wieder ihrer antifaschistischen und
antiimperialistischen Tradition zu besinnen und KriegshetzerInnenn,
LeugnerInnen des Selbstbestimmungsrechts der palästinensischen
Bevölkerung und Unterstützern der Unterdrückung der irakischen und
palästinensischen Bevölkerung nicht mehr ihre Räumlichkeiten zur
Verfügung zu stellen. Kriegshetzer haben in einer sich kommunistisch
bezeichnenden Partei keinen Platz!

Wir, demokratische, antiimperialistische und sozialistische
AktivistInnen sagen: Nein zur Kriminalisierung von Kriegsgegnerschaft!

Wir sagen: Nein zu Justizwillkür!

Wir sagen: Kein Platz für Kriegstreiber und Unterstützer des
US-Imperialismus in den Reihen der Linken!

Wir sagen: Nein zum Verbot der Kritik an der Politik Israels!

Die Verurteilung von Michael Pröbsting ist ein Versuch alle
demokratischen und antiimperialistischen Kräfte zu kriminalisieren!
JedeR TeilnehmerIn der Veranstaltung am 9. März 2005, der/die den
VeranstalterInnen nicht genehm war, hätte Ziel ihrer Attacken werden
können! Daher solidarisieren wir uns mit Michael Pröbsting, unabhängig
davon wie die einzelnen UnterzeichnerInnen zu seinen politischen
Ansichten stehen. Weder haltlose Anschuldigungen, noch Gerichtsurteile
werden unseren Kampf für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung
aufhalten können!

 

Ich möchte die Solidaritätserklärung unterzeichnen:

Name
Beruf / Organisation

UnterzeichnerInnen (Stand 27. April 2006)

Nelli Berger, stv. Vorsitzende der SJ Wien

David Stockinger, stv. Vorsitzender der SJ Niederösterreich

Michael Wögerer, Sprecher der Stamokap-Strömung in der SJÖ

Konrad Schön, Steirische Friedensplattform

Bjarne Köhler, Solidaritätskomitee für Palästina

AL-Antifaschistische Linke

Bachar Jmal, Arabischer Palästina Club

Munther Merai, Präsident der Palästinensischen Gemeinde Österreich

Dr. Shadi Abu Daher, Vizepräsident der Palästinensischen Gemeinde Österreich

Werner Pirker, Journalist (junge Welt)

Sandra Bakutz, freie Journalistin

Helmuth Fellner, Betriebsrat, ehemaliger Arbeiterkammerrat des GLB

Stefan Kraft, freier Journalist

Dr. Reinhard Pitsch, Philosoph und Träger der Georg Lukács-Medaille der
Ungarischen Akademie der Wissenschaften

Bernhard Bitesnich, ArbeiterInnenstandpunkt

Franz Breier jun., SLP

Otto Bruckner, Kommunistische Initiative

Gerhard Drexler

Manfred Ecker, Linkswende

Anna Herzog, ArbeiterInnenstandpunkt

Joachim Hinsch, Phsychotherapeut

Sonja Hinsch, Antiimperialistische Koordination

Wilhem Langthaler, Antiimperialistische Koordination

Dieter Reinisch, ArbeiterInnenstandpunkt

Elisabeth Lindner-Riegler, Lehrerin, Redaktion Zeitschrift 'Intifada'

Avni Tirpan, ÖDP

Harun Özgür Turgan

Irina Vana, Spitzenkandidatin Gegenstimmen

Çetin Varna, ÖDP

Yeter GÜNE, ÖDP

YDG-Neue deomkratische Jugend

ATIGF-Konföderation der Arbeiter aus der Türkei in Österreich

ArbeiterInnenstandpunkt

Willi Weinert, Historiker