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Ein Sittenbild der
sozialdemokratischen Gewerkschaftsbürokratie
von Michael Pröbsting, michael.proebsting@arbeiterInnenstandpunkt.net
Der BAWAG-Skandal zeigt in aller
obszönen Deutlichkeit, wie korrupt und verkommen die Spitzen der
sozialdemokratischen Gewerkschaftsbürokratie sind. Über viele
Jahre hinweg – seit den späten 1980er Jahren – betrieb die im
Eigentum des ÖGB stehende BAWAG Spekulationsgeschäfte (die
sogenannten Karibik-Geschäfte). Nachdem diese Geschäfte zu
Verlusten führten, zog sich die BAWAG im Mai 1994 aus den
Karibik-Geschäften zurück. Im Herbst 1995 werden diese
Spekulationsgeschäfte insgeheim wieder aufgenommen. Und wieder
verzockt man sich, der Sohn des Ex-BAWAG-Chefs Flöttl fährt
im Oktober 2000 mit japanischen Zinsswaps einen Totalverlust von 350
Millionen Euro ein. Insgesamt steht die BAWAG mit einem Minus von einer
Milliarde Euro am Rande der Insolvenz. Nur durch das Eingreifen des
Eigentümer ÖGB, indem dieser im Geheimen sein gesamtes
Vermögen – inklusive dem Streikfond – als Bürgschaft
einsetzte, konnte die Bank gerettet werden. Die jetzige Krise und das
Bekanntwerden dieses Skandals in der breiteren Öffentlichkeit hat
mit neuerlichen Verlusten bei Geschäften mit der US-amerikanischen
Brokerhaus Refco zu tun: die
Gewerkschaftsbank gab Refco am 10. Oktober 2005 einen dubiosen
Kredit in der Höhe von 425 Millionen Euro – 8 Tage bevor diese
pleite ging!
Natürlich ist die Aufregung der
bürgerlichen Presse und der Regierungsparteien nicht mehr als
zynische Heuchelei. Die BAWAG hat letztlich genau das gleiche gemacht,
worin der Sinn und Zweck eines jeden Finanzkapitals besteht: die
verzweifelte Jagd nach immer profitableren Anlagemöglichkeiten, um
sich selbst zu vermehren. Die Spekulation ist, seit dem es Geldkapital
gibt, eine landläufige Methode der Profitvermehrung. Das birgt
natürlich die Gefahr des Verspekulierens und des Bankrotts in
sich, wie zahlreiche Beispiele der vergangenen Jahre zeigen (Enron, LTCM, YLine
… um nur einige bekannte Beispiele herauszugreifen). Aber
wer im tagtäglichen Konkurrenzkampf nicht mit riskanten Methoden
nach Kapitalakkumulation strebt, ist sowieso zum Untergang verurteilt.
So ist nun einmal der Kapitalismus: friß und stirb vielleicht,
bleib vegetarisch und der Untergang ist dir gewiß.
Die BAWAG hat also nur das getan, was alle
anderen Kapitalisten machen. Nicht nur das: den Medienberichten zufolge
steht die BAWAG vom kapitalistischen Standpunkt aus betrachtet
insgesamt gar nicht so schlecht da. Die meisten Verluste konnten
scheinbar durch Gewinne andererorts ausgeglichen werden.
Auch in anderer Hinsicht ist die
Regierungshetze gegen den ÖGB bloße Heuchelei: Den neuesten
Berichten zufolge wußte die Finanzbehörden, der
Finanzminister und mit ihm die Regierung bereits seit 2001 von den
Vorgängen in der BAWAG! Rein „zufällig“ wird dieser Skandal
jetzt – wenige Monate vor den Nationalratswahlen, bei denen die
SPÖ in den Umfragen voran liegt – ausgegraben. Ein mehr als
durchsichtiges Manöver.
Wer A sagt muß auch B sagen
Das ändert jedoch nichts daran,
daß das Verhalten der sozialdemokratischen Bürokratie in
jeder Hinsicht ein Skandal und ein lautes Alarmsignal für die
gesamte ArbeiterInnenbewegung ist. Und zwar nicht deswegen, weil die
BAWAG und die verantwortlichen Gewerkschaftsfunktionäre
Verzetnitsch und Weninger außergewöhnliche schlechte
Geschäfte gemacht hätten, sondern eben weil sie über
viele Jahre hinweg wie stinknormale Kapitalisten handelten. Die
Gewerkschaftsspitze ist keine Vertretung der ArbeiterInnenbasis,
sondern handelt wie ein Kapitalist, bzw. muß man schon sagen, ist
ein Kapitalist, nämlich der Eigentümer einer großen
kapitalistischen Bank, dessen oberste Maxime die Profitvermehrung ist.
Für die Gewerkschaftsspitze dient das
Vermögen – inklusive dem Streikfond –, das sich über viele
Jahre hinweg aus den Mitgliedsbeiträgen der einfachen Mitglieder
angesammelt hat, nur als Kapitalanlage. Als Finanzmittel, um mehr
Profit zu erwirtschaften. Natürlich empören sich jetzt viele
höhere Gewerkschaftsfunktionäre darüber, wie
Verzetnitsch und Weninger den Streikfond als Bürgschaft einsetzen
konnten. Selbstverständlich hat angeblich niemand von ihnen etwas
gewußt usw. Es mag durchaus sein, daß
Verzetnitsch & Co seine Bürokraten-Kollegen nicht in
alle Details ihrer Bankengeschäfte einweihte. So ist das nun
einmal am Finanzmarkt. Nur ein Naivling kann jetzt den ungläubigen
Thomas spielen und so tun, als wäre das Vorgehen des
ÖGB-Chefs etwas Unfaßbares. Nein,
Verzetnitsch & Co. betrieben ihren Job als
Gewerkschaftskapitalisten nur bis zur äußersten Konsequenz.
Nicht mehr und nicht weniger. Alle Bürokraten haben die
jahrzehntelange Politik des ÖGB mitgetragen und mitbetrieben, laut
der die Einkommen der Gewerkschaft nicht für den Kampf gegen das
Kapital, sondern für die Erhaltung des Apparates,
Bankengeschäfte und das Mitspielen am freien Markt verwendet wird.
Wer A sagt muß auch B sagen.
Rücktritte … und dann weiter wie
bisher?
Der Rücktritt des langjährigen
ÖGB-Vorsitzenden Fritz Verzetnitsch und des
ÖGB-Finanzverantwortlichen Günter Weninger sind nicht mehr
als ein klassischer Versuch der Schadensbegrenzung seitens der
sozialdemokratischen Bürokratie ohne das Problem bei der Wurzel zu
packen. Ein paar Gesichter auswechseln, das ganze beim außerordentlichen Bundeskongreß des ÖGB
im Juni absegnen lassen und dann weiter wie bisher. So zumindest hofft
die Gewerkschaftsbürokratie die Folgen des BAWAG-Skandals
überstehen zu können.
Tatsächlich wäre
nichts gefährlicher als das Ausmaß dieses Skandals zu
unterschätzen. Hunderttausende Gewerkschaftsmitglieder sind
zutiefst enttäuscht und verbittert über den ÖGB. Die
ArbeiterInnenklasse wurde über Jahre hinweg belogen und betrogen.
Hinter ihrem Rücken der Mitglieder wurden die Gewerkschaftsgelder
und der Streikfond für die Abdeckung von Spekulationsabentern
ver(sch)wendet statt für Kampfmaßnahmen, Arbeit an der Basis
und Mitgliederbetreuung und -gewinnung eingesetzt zu werden. Kein
Wunder, daß sich momentan eine Welle der Empörung auf die
Gewerkschaftszentralen ergießt. Das wissen auch die kleinen
Gewerkschaftsfunktionäre und –aktivistInnen an der Basis, die
gegenwärtig am liebsten auf Tauchstation gehen würden.
Aber die Antwort darf jetzt
nicht ducken und durchtauchen sein, sondern Not tut eine schonungslose
Analyse der Ursachen dieses Debakels der Gewerkschaftsbürokratie
und die Ziehung radikaler Konsequenzen.
Das Problem hat einen Namen:
Bürokratie
Vielerorts wird nun zurecht gesagt,
daß ein Rücktritt des Vorsitzenden und des
Finanzverantwortlichen nicht ausreiche und vielmehr ein
Orientierungswechsel der Gewerkschaft hin zu einer kämpferischen
Politik notwendig wäre. So richtig dies auch ist, so sehr gehen
jedoch diese Überlegungen am Kern des Problems vorbei: dem Wesen
der bürokratischen Gewerkschaften.
Die falsche Politik existiert ja nicht erst
seit heute und hat auch nicht mit der Verpfändung des Streikfonds
im Jahr 2000 begonnen. Die kapitalistische Finanzpolitik des ÖGB,
die Karibik-Spekulationsgeschäfte der Gewerkschaftsbank, das
Duckmäusertum und der Pseudo-Widerstand gegenüber den
Angriffen des Großkapital und der Regierung (Prinzip: ein
Rückgrat wie ein Gartenschlauch) – all das zeichnet den ÖGB
schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten aus. Ihre Ursache liegt
vielmehr in der Herrschaft eines bürokratischen Apparates
über die Mitglieder an der Basis der Gewerkschaft. Dieser Apparat
kontrolliert alle Entscheidungen in der Gewerkschaft. Delegierte
für die sowieso nur alle 4 Jahre stattfindenden
Gewerkschaftskongresse werden vom Apparat ausgesucht und nicht von der
Basis gewählt. Vielerorts gibt es überhaupt keine
Basistreffen von den Gewerkschaftsmitgliedern in den Betrieben.
Funktionäre sind kaum abwählbar. Alle wichtigen
Entscheidungen – wie der BAWAG-Skandal, der Abbruch der Streikbewegung
im Juni 2003 oder des Eisenbahnerstreiks im November 2003 usw. zeigten
– werden von einer winzig kleinen Bürokraten-Clique an der Spitze
der Gewerkschaft getroffen.
Die Grundlage dieser Bürokratie sind
nicht bestimmte politische oder gewerkschaftsstrategische Anschauungen.
Nicht zufällig werden die meisten Beschlüsse in den
Gewerkschaftsgremien einstimmig gefaßt. In den wesentlichen
Dingen stimmen sozialdemokratische und ÖVP-GewerkschafterInnen
überein: in der Politik der Klassenzusammenarbeit mit dem Kapital
und dem stetigen Streben, sich zum eigenen materiellen Vorteil mit
Staat und Kapital zu arrangieren. Die herrschende Klasse weiß
natürlich solche Verbündete in den Reihen der
ArbeiterInnenbewegung zu schätzen und ist daher nur allzu bereit,
die Bürokratie in ihren Herrschaftsapparat zu integrieren.
Sicherlich gibt es da immer wieder Streits um die Anzahl der Brosamen
der Macht, die das Kapital den Bürokraten
überläßt. In Zeiten der Sparpakete muß
natürlich auch bei den Vergünstigungen für die
Bürokratie gespart werden. Aber alles in allem ist die
Bürokratie über unzählige Posten in Aufsichtsräten,
in politischen Institutionen – von den Magistraten aufwärts ins
Parlament – und den damit verbundenen Privilegien fest an das
kapitalistische System gebunden.
Daher ist der BAWAG-Skandal nur der
konsequente Ausfluß der organischen Verbindung der
Bürokratie mit dem Kapitalismus und kein zufälliger
Ausrutscher. Für die Bürokratie ist die Gewerkschaft nicht
mehr als ein Sprungbrett zu gutbezahlten Ämtern und Posten in
Staat und in der kapitalistischen Wirtschaft.
Konsequenz: Aufbau einer Basisbewegung
zur radikalen Säuberung der Gewerkschaft von der Bürokratie
Der außerordentliche
Bundeskongreß des ÖGB im Juni droht zu einer abgesprochenen
Schmierenkomödie zu verkommen, bei dem ein vom engsten Kreis der
Spitzenbürokratie ausgewählter Vorsitzender einstimmig
bestätigt wird.
Angesichts der Tiefe des
Problems brauchen wir radikale Lösungsstrategien. Als marxistische
RevolutionärInnen meinen wir, daß die gegenwärtige
Erschütterung der Selbstherrlichkeit der Bürokratie dazu
genützt werden muß, um an der Basis für eine
konsequente klassenkämpferische Strategie einzutreten. Eine solche
Strategie muß folgende Punkte enthalten:
* Schluß mit der
kapitalistischen Finanzpolitik des ÖGB – Sofortige Trennung von
der BAWAG und allen anderen Beteiligungen an kapitalistischen
Unternehmen! Unantastbarkeit und jederzeitige Verfügbarkeit des
Streikfonds!
* Offenlegung der Finanzen
für alle Gewerkschaftsmitglieder! Kein Einblicksrecht für den
bürgerlichen Staat!
* Sofortiger Abzug aller
Gewerkschaftsvertreter aus Aufsichtsräten und andere
kapitalistischen Wirtschaftsinstitutionen!
* Umgehende Anpassung bzw.
Kürzung der Gehälter aller Gewerkschaftsfunktionäre bis
rauf an die Spitze auf das Niveau eines Facharbeiters bzw. einer
Facharbeiterin!
* Radikale Demokratisierung der
Gewerkschaft: Rasche Einberufung von Basistreffen in allen Betriebe und
Stadtteilen, von den alle Gewerkschaftsmitglieder informiert
werden und ihnen offen stehen und wo auch tatsächliche
Entscheidungen getroffen werden können! Dort soll die
gegenwärtige Krise der Gewerkschaft besprochen und auf Basis der
dort getroffenen Schlußfolgerungen sollen Delegierte für den
bevorstehenden außerordentlichen Bundeskongreß des ÖGB
gewählt werden! Für ein Vorverlegung dieses Bundeskongresses
auf Anfang Mai!
* In Zukunft müssen alle
gewerkschaftlichen Funktionsträger von der Mitgliedschaft
gewählt werden und dieser rechenschaftspflichtig sein. Sollte die
Basis mit ihrer Arbeit unzufrieden sein, müssen diese
Funktionäre jederzeit abwählbar sein!
Schon zu lange ist die Gewerkschaft zu einem
lahmen Ja-Sager-Verein verkommen, über dessen Kampfkraft das
Kapital nur noch schmunzelt. Wieviel Angst muß auch das Kapital
vor einer Gewerkschaft haben, die ihren Streikfond für die
Abdeckung von Spekulationsgeschäften verpfändet?! Nein, es
darf nicht so weitergehen wie bisher. Die Bürokratie wird
versuchen, es bei einem Gesichtertausch zu belassen. Alle ArbeiterInnen
und Gewerkschaftsmitglieder jedoch, die aus der Gewerkschaft wieder
eine Kampforganisation machen möchten, müssen sich jetzt
zusammenschließen. Wir brauchen eine Basisbewegung, die für
eine Gewerkschaft kämpft, in der es keinen Platz für
BürokratInnen gibt und die einen kämpferischen Kurs gegen die
permanenten Angriffe des Kapitals verfolgt.
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Nach über 5
Wochen Streik geht FIAT in die Offensive
(Übernommen aus
ARBEITERMACHT-INFOMAIL Nr. 253, 30. März 2006, Organ der
Schwesterorganisation des ArbeiterInnenstandpunkt)
Der Streik in der Berliner
Baumaschinen-Fabrik des CNH-Konzerns (Case/New-Holland ist ein
Markenkonglomerat mit FIAT als Mehrheitseigentümer) wird bald die
40 Tage des Ausstands bei AEG/Nürnberg überholen.
FIAT will die Produktion (etwa
400 Beschäftigte) des Berliner Standorts schließen,
während die Konstruktions- und Logistik-Bereiche (200-300
Beschäftigte) angeblich fortbestehen sollen. In den ersten Wochen
des Streiks konnte der Standort total blockiert werden, mehrere Bagger
parkten die Einfahrten zu.
Der Streik zeigt
ökonomische Wirkung: nicht nur wegen des unmittelbaren
Produktionsausfalls und der nicht ausgelieferten Ware, sondern auch
aufgrund der ausfallenden Logistikleistungen für das Europa-Netz
von CNH. Daher erzwang der Konzern gerichtlich vor zwei Wochen die
Öffnung der Haupteinfahrt und die Beschränkung auf die
„übliche“ Gasse für den Einlass „Arbeitswilliger“.
Seither versuchen täglich
bis zu 50 Angestellte den Streikbruch. Jeder von ihnen wird auf einer
großen Fotowand dokumentiert; täglich werden sie mit neuen
Überraschungen wie Nebelwänden und
„Sektfrühstücken“ begrüßt. Wesentliche Bereiche
auch im Angestelltenbereich sind aber weiter solidarisch mit dem Streik.
Die IG Metall begründet
den Streik (angesichts des Verbots, gegen „unternehmerische
Entscheidungen“ wie Werkschließungen Arbeitskämpfe zu
führen) mit dem Kampf um einen Tarifvertrag für höhere
Abfindungen und Sozialmaßnahmen. Zusammen mit den
Millionen-Forderungen des Berliner Senats (wegen des Bruchs von
Subventionsauflagen und eines Erbpachtvertrags) sollen dadurch die
Kosten einer Schließung so hoch werden, dass FIAT es sich anders
überlegt.
Dies ist dieselbe Strategie,
die die IG Metall schon seit einigen Jahren versucht, z.B. bei
Heidelberger Druck, OTIS, BSH, AEG. Bestandteil der Verhandlungen bei
CNH ist die Übernahme der Fertigung durch ein anderes Konsortium,
wobei die Zeit bis dahin durch FIAT bzw. den Senat überbrückt
werden soll.
Der Druck des Streiks und die
Verhandlungstaktik der IG Metall haben den FIAT-Konzern inzwischen an
den Verhandlungstisch gebracht (vorher hatten - wie bei Samsung - nur
nicht-bevollmächtigte Befehlsempfänger aus der Berliner
Niederlassung verhandelt). Dabei hat der Konzern immer klar gemacht,
dass er unter allen Umständen an der Schließung festhalten
will.
Die Kosten der Schließung
und die ökonomischen Auswirkungen des Streiks machen FIAT aber
immer nervöser. Diesen Montag wurden die Verhandlungen von den
Konzernvertretern unterbrochen. Am selben Tag wurden aus
Österreich (wo der CNH-Konzern z.B. die Steyr-Werke besitzt)
Lastwagen zum Abtransport von Maschinen nach Berlin beordert. Am
Mittwochmorgen tauchten die LKW unter Begleitung mehrerer
Mannschaftswagen der Berliner Polizei vor dem CNH-Werktor auf.
Sofort errichteten die
Streikposten eine Blockade. In den umliegenden Metall-Betrieben wurde
ein Notruf gestartet. Schließlich blockierten mehrere hundert
KollegInnen aus Betrieben (BMW, Siemens, Otis u.a.), aus der
Bevölkerung, darunter auch von der örtlichen WASG, die
Einfahrt. Gelegentlich mussten die LKW und der sie dirigierende
Werkleiter Schröder dabei auch ein paar vor-österliche
Eiergrüße in Empfang nehmen. Gegen 17.00 Uhr war der Spuk
vorbei und die LKW fuhren unverrichteterdinge wieder weg.
Dies wird sicherlich nicht der
letzte Versuch dieser Art sein. Der FIAT-Konzern ist offensichtlich zu
keinem Entgegenkommen bereit und will den Streik mit allen Mitteln
brechen.
Die Entschlossenheit der
Streikenden, die Solidarität aus der gesamten IG Metall
(insbesondere aus den umliegenden Werken) und die große
Unterstützung in der Berliner Bevölkerung sind die einzigen,
allerdings bisher wirksamen Waffen, die die CNH-KollegInnen dagegen
einsetzen können.
Dazu kommt auch die Bedeutung
der internationalen Solidarität. So wurde der Einsatz von
Streikbrechern aus dem italienischen Lecce (dem Werk, in das die
Produktion verlagert werden soll) bisher durch die dortigen
Gewerkschaftsvertretungen verhindert. Ebenso gibt es Kontakte zu den
österreichischen Gewerkschafts-KollegInnen, die sich gegen den
Abtransport der Maschinen wenden.
Nun wird der Streik auch mit
den Warnstreiks in der Metall-Industrie verbunden wird. Der CNH-Streik
gibt allen Berliner Warnstreiks einen besonderen Auftrieb, da er die
offensichtliche Verbindung der Kämpfe um Lohn und gegen
Arbeitsplatzvernichtung herstellt - ein Kampf, der von der IG Metall
viel zu lange getrennt geführt wurde.
Der Kampf bei CNH kann gewonnen
werden: Durch die Verbindung mit anderen Kämpfen gegen
Werkschließungen vor Ort und international; durch die Verbindung
mit den Tarif-Kämpfen im Öffentlichen Dienst und in der
gesamten Metall-Industrie; durch die Verbindung mit den Protesten gegen
die Angriffe der Großen Koalition; durch koordinierte
internationale Solidarität.
Vor Ort wird wesentlich sein,
dass die streikenden KollegInnen die Kontrolle über die
Verhandlungen erringen, damit nicht wie bei vielen anderen Betrieben am
Ende ein weiterer, von IG Metall und Betriebsräten ausgehandelter
Sozialplan in die Arbeitslosigkeit, das Ergebnis ist. Daher: Kein
Schritt in den Verhandlungen ohne die Zustimmung der täglichen
Streikversammlungen!
Auch ohne „Einlenken“ des
FIAT-Konzerns und die verzweifelte Suche nach „neuen Investoren“ gibt
es eine Perspektive, um Schließung und Entlassungen zu
verhindern: die entschädigungslose Enteignung und die
Verstaatlichung unter Kontrolle der gewählten VertreterInnen der
Belegschaft!
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Mittwoch, 26.April 18.00
Machen wir Wien zur
Anti-Bush-Stadt!
Aktionskonferenz zur
Organisierung eines Schulstreiks gegen den Bush-Besuch um den
21. Juni
Aktionskonferenz von
REVOLUTION
Wo: Amerlinghaus, Stiftg. 8,
1070 Wien (U3 Neubaugasse)
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Montag, 1. Mai, ab 9.00
Internationalistische
1. Mai-Demonstration
Ort: vor der Oper (U1, U4
Karlsplatz), 1100 Wien
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ArbeiterInnenstandpunkt:
Stiftgasse 8, 1070 Wien
E-Mail: info@arbeiterinnenstandpunkt.net
Tel.: 0650/406 83 14
http://www.arbeiterinnenstandpunkt.net
Revolution
Stiftgasse 8, 1070 Wien
E-Mail:
onesolutionrevolution@gmx.at
http://www.revolution-austria.at/
Die website der Liga
für die 5. Internationale (LFI): http://www.fifthinternational.org/
Weitere websites der LFI:
http://workerspower.com/
(Britannien)
http://www.arbeitermacht.de/
(Deutschland)
http://www.arbetarmakt.com/
(Schweden)
http://www.pouvoir-ouvrier.org/
(Frankreich)
http://sop.revoluce.info
(Tschechische Republik)