Red Newsletter 151
Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 22. April 2005

Inhalt
(1) Presseerklärung: Gemeinsame internationalistische 1. Mai-Demonstration in Wien!
(2) Neuerscheinung: Führer durch den Ehrenhain der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof für die hingerichteten WiderstandskämpferInnen
(3) Neue Broschüre erschienen: Die Gründung der II. Republik - eine
marxistische Analyse

(4) Termine
(5) Nächste Aktionen
(6) Kontakt

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    Presseerklärung

Gemeinsame internationalistische 1. Mai-Demonstration in Wien!

Am 1. Mai 2005 wird die österreichische Linke gemeinsam mit den
revolutionären Bewegungen aus der Türkei im Zeichen der internationalen
Solidarität eine gemeinsame Demonstration abhalten. Nach Jahren der
Spaltung - die türkische und die österreichische Linke demonstrierten in
der Vergangenheit am 1. Mai getrennt - stellt dies einen wichtigen
Schritt in Richtung gemeinsamer, internationalistischer Widerstand gegen
Krieg, Besatzung, Bildungs- und Sozialabbau und die Einschränkung
demokratischer Rechte dar.

Die aufrufenden türkischen und österreichischen Organisationen (siehe
unten) werden um ca. 10.30 ihre Demonstrationszüge im Bereich zwischen
Oper und Albertina vereinigen. Zwischen 11.30 und 12.00 findet dann nach
der Demonstration am Ring eine gemeinsame Abschlußkundgebung vor dem
Parlament statt. Eine Liste mit den RednerInnen wird in den kommenden
Tagen veröffentlicht.

Wien, 21. April 2005

1. Mai-Bündnis der revolutionären Linken aus der Türkei
Revolutionäre Volksbefreiungsfront (DHKC)
Marxistisch-Leninistische Kommunistische Parte (MLKP)
Maoistische Kommunistische Partei (MKP)
Kommunistische Partei der Türkei/Marxisten-Leninisten (TKP/ML)

Treffpunkt: Ab 9.00 vor der Oper

Bündnis "1.Mai - Unser Tag des Widerstandes!"

Unterstützende Organisationen: Gewerkschaftlicher Linksblock,
Antiimperialistische Koordination, ArbeiterInnenstandpunkt,
Kommunistische Initiative, Kommunistische Jugend Österreichs, KPÖ
Bezirksorganisation Ottakring, REVOLUTION, Sozialistische Jugend
Klosterneuburg, Sozialistische Jugend Schwechat, Stamokap-Strömung in
der SJÖ

Unterstützende Einzelpersonen (nach alphabetischer Reihenfolge): El
Awadalla, (Mundartdichterin Literaturhaus), Helmuth Fellner (Betriebsrat
und ehem. Arbeiterkammer-Rat des Gewerkschaftlichen Linksblocks), Robert
Hobek, (Betriebsratsvorsitzender Postamt Wien 23), Grace Latigo,
(Performance-Künstlerin & Sängerin), Jimmy Müller
(Betriebsratsvorsitzender vom Verein Wiener Jugendzentren, GLB), Chris
4er Peterka, (Musiker, Sänger, Schriftsteller), Selma Schacht
(Betriebsrätin und Vorsitzende des Gewerkschaftlichen Linksblocks in der
GPA), David Stockinger (stellvertretender Vorsitzender der
Sozialistische Jugend Niederösterreich), Dr. Willi Weinert, Historiker
(Alfred-Klahr-Gesellschaft), Tibor Zenker

(Stand: 19. April)

Treffpunkt: 10.00 Albertina/Oper

Für Informationen stehen zur Verfügung:
Otto Bruckner (0676/69 68 852)
Michael Pröbsting (0650/406 83 14)

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"Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer"

Ein Führer durch den Ehrenhain der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof
für die hingerichteten WiderstandskämpferInnen

Unter dem Titel "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer" erschien
kürzlich die 2. verbesserte und mit neuen Porträts erweiterte Auflage
von Willi Weinerts Führer durch den Ehrenhain der Gruppe 40 am Wiener
Zentralfriedhof für die hingerichteten WiderstandskämpferInnen. In
diesem Buch werden mehr als 570 Personen erfaßt, die mit Kurzbiographien
und (in den meisten Fällen erstmals veröffentlichten) Porträtphotos
einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Der Band zeigt die ganze Breite des antifaschistischen Widerstandes.
Angefangen von katholischen WiderstandsaktivistInnen, über Revolutionäre
SozialistInnen bis hin zu Mitgliedern der Kommunistischen Partei
Österreichs - sie alle kämpften gegen das Nazi-Regime. Auch zwei von der
Gestapo im März 1944 gehenkte Kader der trotzkistischen
Untergrundorganisation "Gegen den Strom", Franz Kascha und Joschi
Jakobovits, werden in diesem Band aufgelistet. (Näheres zur Geschichte
und den politischen Positionen der österreichischen TrotzkistInnen
findet in einer zweiteiligen Artikelserie in der Zeitung
ArbeiterInnenstandpunkt Nr. 101 und 102 sowie unserem theoretischen
Journal Revolutionärer Marxismus Nr. 29; die Artikel finden sich auf
unserer homepage www.arbeiterinnenstandpunkt.net
<http://www.arbeiterinnenstandpunkt.net/> und können auch über unsere
Kontaktadresse bestellt werden.)

Die Stärke des Buches liegt nicht in der politisch-historischen Analyse
der unterschiedlichen politischen Kräfte des antifaschistischen Kampfes.
Die kurzen einführenden Artikeln kratzen nicht an der Ideologie des
offiziellen Antifaschismus, laut der die kommunistischen,
sozialdemokratischen und christlich-sozialen Kräfte gemeinsam mit den
"demokratischen Weltmächten" (Koplenig) USA, Großbritannien und der
Sowjetunion gegen den Faschismus kämpften und 1945 ein demokratisches
Österreich aufbauten. Eine kritische Aufarbeitung, die aufzeigt, daß die
Opfer des antifaschistischen Widerstandskampfes von der herrschenden
Klasse und ihren reformistischen HelferInnen für die neuerliche
Errichtung der bürgerlichen Republik Österreich und einer reaktionären
Weltordnung, die den Kampf für den Sozialismus weit zurückwarf,
ausgenützt wurde, findet man vergeblich in dem Buch. (Für eine
ausführliche Analyse vom marxistischen Standpunkt verweisen wir auf die
neue Broschüre des ArbeiterInnenstandpunkt "Die Gründung der
II. Republik vor 60 Jahren - eine marxistische Analyse. Der Aufbau des
Kapitalismus in Österreich nach 1945, die Rolle von SPÖ und KPÖ und der
Kampf der ArbeiterInnenklasse". Sie kann über unsere Kontaktadresse
bezogen werden.)

Aber nichtsdestotrotz besitzt das von Willi Weinert herausgegebenen Werk
einen herausragenden Wert, denn es setzt den unzähligen heldenhaften
KämpferInnen gegen den Faschismus ein Denkmal. Ungeachtet der
politischen Differenzen mit den bürgerlichen und reformistischen
Kämpfern gegen die Nazi-Diktatur verneigen wir uns ohne Zögern vor ihrer
moralischen Integrität. Ihr Handeln, ihr Widerstand darf nicht vergessen
werden. Ihr Mut, ihre Entschlossenheit, ihre Hingabe im Kampf gegen die
Unterdrückung - diese Werte sind uns Inspiration und Ansporn für die vor
uns liegenden Aufgaben. Denn der Kampf für die sozialistische
Weltrevolution und für den Aufbau einer kommunistischen Gesellschaft
frei von jeglicher Unterdrückung und Ausbeutung ist ein dornenreicher
Weg, der die Schmerzgrenze durchschnittlicher Hobby-Linker überschreiten
wird. Dieser Kampf erfordert neben einer klaren revolutionären Strategie
auch jene moralischen Eigenschaften der Opferbereitschaft, durch die
sich viele antifaschistische WiderstandskämpferInnen auszeichneten und
denen Willi Weinert hier ein unauslöschliches Denkmal gesetzt hat.

Michael Pröbsting

Aus dem Inhalt:
Zum Geleit (Michael Häupl)
Vorwort
Übersichtslageplan
Legende
Lageplan der Gruppe 40
Einleitung
Auf dem Weg in den Tod
Vom Erinnern: "... später wird es Gewohnheit und darüber hinaus vergessen."
Hinrichtungen im Wiener Landesgericht
Zum Umgang mit den Leichen der Hingerichteten
Die Gruppe 40 - eine kurze Chronik
Biografien
Allgemeine Bemerkungen / Statistisches / Struktur der Biografien /
Erläuterungen

Anhang:
Steirer als Opfer der Wiener Blutjustiz 1942-43 (Heimo Halbrainer)
Im Schatten des Fallbeils. Die Hinrichtungen im Grauen Haus (Ewald Sator)
Fini Kaluzik findet das Grab ihres hingerichteten Mannes
Ich war sieben Monate in der Todeszelle (Edith Schober)
Die Gräber fordern Sühne (Karl Hans Heinz)
Die Hinrichtung aus der Sicht eines Gerichtsmediziners
Erinnerungen von Katharina Sasso an die Gruppe 40 im Jahr 1945
Ihre Söhne starben für Österreich (Emmi Walter)
Briefe und Kassiber von Oskar Klekner
Kassiber (Gedicht) von Rudolf Klekner für Margaretha Tremmel
Verzeichnis der Namen, geordnet nach Plannummern
Abkürzungsverzeichnis
Begriffserläuterungen
Benutzte Archive / Verwendete Literatur Verzeichnis der Abbildungen,
Fotos und Gedichte Personenverzeichnis
Preface (engl.)

*Willi Weinert: »Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer«.*
Ein Führer durch den Ehrenhain der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof
für die hingerichteten WiderstandskämpferInnen. Mit einem Geleitwort des
Bürgermeisters der Stadt Wien Dr. Michael Häupl.
192 Seiten, ca. 500 Fotos u. Abb.; ISBN: 3-9501986-0-1
Preis: Euro 15.- (Versandkosten Inland Euro 1,75.-)
Bezug: Buchhandlung Hans Jauker, Wien 1140, Sampog. 4 (Tel. Nr. 985 97 77);

Zu bestellen bei:
E-mail: gruppe40@aon.at <mailto:gruppe40@aon.at>
<mailto:gruppe40@aon.at>; Willi Weinert;
Bankverbindung: Spardabank 22011321597 BLZ: 14900

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Neue Broschüre des ArbeiterInnenstandpunkt erschienen!

Die Gründung der II. Republik -
eine marxistische Analyse

Der Aufbau des Kapitalismus in Österreich nach 1945, die Rolle von SPÖ
und KPÖ und der Kampf der ArbeiterInnenklasse

In dieser neuen Broschüre des ArbeiterInnenstandpunkt untersucht der
Autor, Michael Pröbsting, die Hintergründe der Gründung der II. Republik
1945. Die schwarz-blaue Regierung, SPÖ und bürgerliche Medien feiern
heuer das sechzigjährige Bestehen der 2. Republik. Dies geschieht nicht
aus historischen Interesse, sondern weil die herrschende Klasse dadurch
in der Bevölkerung ein nationales, klassenübergreifendes
Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen möchte. Deswegen sind die dabei
verbreiteten Legenden wie der Aufbau eines neuen Österreichs, das durch
den Zusammenhalt Aller konfliktfrei entstand, nichts weiter als
ideologischer Klassenkampf der Herrschenden. Um so wichtiger ist es für
alle fortschrittlichen ArbeiterInnen und Jugendlichen, sich mit den
tatsächlichen Hintergründen des Entstehens der II. Republik sowie mit
der Rolle der Sozialdemokratie und der KPÖ auseinanderzusetzen.

Wir wollen mit dieser Broschüre einen Beitrag dazu leisten, Österreich
und die II. Republik als ein Produkt von Klasseninteressen und
-gegensätzen zu verstehen. Es gibt kein abstraktes Österreich. Das
Österreich, die II. Republik, welche 1945 entstand und die heuer von
allen etablierten Parteien - von FPÖ, über ÖVP und Grüne bis zur SPÖ -
abgefeiert wird, ist das Österreich der herrschenden Klasse, das
Österreich des Kapitalismus, aber nicht unser Österreich, nicht das
Österreich der ArbeiterInnenklasse. Wer für eine sozialistische Zukunft,
für eine revolutionäre Überwindung des herrschenden bürgerlichen Systems
eintritt, muß sich von jeder Illusion und positiven Bezugnahme auf die
Entstehungsgeschichte eben dieses Systems befreien.

Darüber hinaus ist die Entstehungsgeschichte der II. Republik 1945-50
ein Beispiel dafür, wie das kapitalistische System in einer Situation,
wo es von Krisen und Instabilität gekennzeichnet ist, nur durch die
Hilfe der reformistischen Kräfte, vor allem der SPÖ aber auch der
Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ), überleben konnte. Hätten die
ReformistInnen nicht entschlossen zugunsten des Wiederaufbaus des
Kapitalismus interveniert, so hätte die ArbeiterInnenklasse die
vor-revolutionäre Phase nach dem II. Weltkrieg für eine sozialistische
Umwälzung Österreichs ausnützen können.

Inhaltverzeichnis

Alliiertes Importprodukt
Alliierte Besatzung in Österreich
Die Haltung der marxistischen RevolutionärInnen im II. Weltkrieg
Kapitalistischer Wiederaufbau durch Klassenzusammenarbeit
Die Gründung des ÖGB
Die Alternative: Der Trotzkismus
Sozialpartnerschaft entsteht
Klassenwiderstand
Zusammenfassung
Anhang: Europa nach 1945: Die Revolution stand auf der Tagesordnung
Fußnoten
Glossar/Begriffserklärung
Was feiern wir und was feiern wir nicht am 8.Mai? Eine Stellungnahme des
ASt zu den offiziellen Feierlichkeiten
Preis 2,- Euro; zu beziehen über unsere Kontaktadressen

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Termine

Freitag 29. April 2005

EU-Schlachttruppen, Österreichs Neutralität und das
Friedensvolkbegehren. Welche Perspektiven braucht die Linke im Kampf
gegen die Aufrüstung?

Eine Debatte zwischen ArbeiterInnenstandpunkt und Boris Lechthaler von
der Koordination Friedensvolksbegehren

Wann: Freitag 29. April, 19.00

Wo: Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (Nähe U3 Neubaugasse)

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Nächste Aktionen

1. Mai - Unser Tag des Widerstandes
Linke 1. Mai-Demonstration am Ring
Wann: Sonntag, 1. Mai 2005, 10.00
Wo: Albertina (bei der Oper, Karlsplatz, 1010 Wien)

Nazis stoppen!
Gegen den Aufmarsch Rechtsradikaler und Nazis am 8. Mai
1945-2005: Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg!
Wann: Sonntag, 8. Mai 2005, 18.00
Wo: Oper, Karlsplatz, 1010 Wien

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Kontaktadressen

ArbeiterInnenstandpunkt:

Stiftgasse 8, 1070 Wien

E-Mail: arbeiterInnenstandpunkt@gmx.at
<mailto:arbeiterInnenstandpunkt@gmx.at>

Tel.: 0650/406 83 14

http://www.arbeiterinnenstandpunkt.net
<http://www.arbeiterinnenstandpunkt.net/>

Revolution

Stiftgasse 8, 1070 Wien

E-Mail: internationalrevolution@hotmail.com
<mailto:revo_austria@hotmail.com>

http://www.revolution-austria.at/

Die website der Liga für die 5. Internationale (LFI):
 http://www.fifthinternational.org/ <http://www.workerspower.com/>

Weitere websites der LFI:

http://www.arbeitermacht.de/ (Deutschland)

http://www.arbetarmakt.com/ (Schweden)

http://www.pouvoir-ouvrier.org/ (Frankreich)

http://sop-lrki.webpark.cz/ (Tschechische Republik)