Ein erfolgreicher Kongreß

Im Juli fand der 4.Kongreß unserer internationalen Tendenz, der Liga für eine revolutionär-kommunistische Internationale (LRKI) statt. Knapp 50 Delegierte und BeobachterInnen aus Argentinien, Australien, Britannien, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Japan, Neuseeland, Österreich, Schweden und Spanien diskutierten zentrale politische und perspektivische Fragen.
Auf dem einwöchigen Kongreß analysierten wir die neuesten Entwicklungen der Weltlage. Wir diskutierten dabei die verschiedenen Ausdrucksformen, in denen sich das äußerst instabile, revolutionäre Potential der neuen Periode nach 1989 äußert. Diese optimistische Sichtweise, die von einer Zunahme von Klassenkämpfen in den nächsten Jahren ausgeht, drückt sich auch in den organisatorischen Perspektiven aus, die von einer verstärkten Intervention v.a. in die Radikalisierung der Jugend, aber auch in Betrieb und Gewerkschaft ausgeht. Dies macht uns natürlich nicht blind gegenüber den Erfolgen der kapitalistischen Restauration in Osteuropa, die wir in einer eigenen ausführlichen Resolution untersuchten. In diesem Zusammenhang diskutierten wir auch deren Bedeutung für die marxistische Staatstheorie und vertieften unser Verständnis über die Aufgaben der politischen Revolution gegen die stalinistische Bürokratie.
All diese grundlegenden Veränderungen von historischer Bedeutung haben das zentristische Spektrum in eine tiefe Krise gestürzt. Während die meisten von ihnen hoffnungslos nach rechts gehen, gibt es hier auch einige sehr positive Entwicklungen. Eine offene und engagierte Diskussion mit dem Ziel der Vereinigung mit diesen nach links gehenden Strömungen stellt für uns eine zentrale Priorität in der kommenden Periode dar.
Dies drückte sich auch in der Tatsache aus, daß auf dem Kongreß auch Gäste von der “Marxistischen Linken” (ML) aus Schweden sowie der “Trotzkistischen Fraktion” (TF) aus Lateinamerika anwesend waren. Die ML spaltete sich vor einiger Zeit von der schwedischen Offensiv-Gruppe ab, der Schwesterorganisation von Vorwärts/SOV. In einer gemeinsamen Erklärung unterstrichen wir die weitgehenden programmatischen Übereinstimmungen. Als Ausdruck dessen bilden ML und unsere schwedische Sektion ein Liaison-Komitee, um die verbliebenen Differenzen zu klären und einen organisatorischen Zusammenschluß einzuleiten. Ebenso setzten wir unseren Diskussionsprozeß mit der der morenistischen Tradition entstammenden TF fort, mit der wir zuletzt gemeinsame Resolutionen zu den jüngsten Klassenkampfereignissen in Frankreich, dem nationalen Unabhängigkeitskampf in Tschetschenien sowie der albanischen Revolution erarbeiteten.
Angesichts der großen Herausforderungen in der kommenden Periode verabschiedeten wir auch ein Manifest, in welchem wir die wichtigsten Lehren der aktuellen Klassenkampfereignisse darlegen. Wir richten uns mit diesem Manifest an alle aktiven ArbeiterInnen und Jugendlichen, mit denen wir für eine sozialistische Zukunft kämpfen wollen. Interessierte können unsere Kongreßdokumente im Herbst bzw. Winter in unserem theoretischen Organ, Revolutionärer Marxismus, studieren.